Wollte heute, wie es vor gefuehlten 20 Jahren ueblich war, einen Brief verschicken. Da er kein gewoehnliches Format hat, musste ich also zur Post. Auf die winzige und total vollgestellte Poastagentur in der Buerostadt mit den meistens ewig langen Wartezeiten und den schlechten Parkmoeglichkeiten hatte ich keine Lust. So weit, so gut.

Mainzer Landstrasse: Heute geschlossen, ohne naeheren Hinweis.

Uschi (Navi) nach der naechsten Post befragt. Hartmannsweiler Strasse in Griesheim. Okay, fahre ich hin. Gebaeude schon seit Jahren verlassen. Danke Uschi.

Als naechstes faellt mir die grosse Post in Frankfurt-Hoechst ein. Nicht weit entfernt, trotzdem eine ewig lange Fahrerei, dank des Konjunkturpakets der Bundesregierung und der vielen, vielen aufgerissenen Strassen und daraus resultierenden Staus und Umleitungen. In Hoechst ist es seit Beginn der Krise besonders schlimm. Komme in die Hostatostrasse, Parkplatz direkt davor frei, das macht mich skeptisch. Post ist geschlossen. Ah, es gibt einen Hinweis: Betriebsversammlung Paragraph sonstwas. Man sollte die Post richtig privatisieren und am freien Wettbewerb teilhaben lassen. Bin genervt.

An der Post der Hinweis auf die naechste Post: Duerkheimer Strasse, geoeffnet bis 13 Uhr. "Privatisieren" denke ich mir erneut, rase in die Duerkheimer Strasse, komme um Punkt 13 Uhr an: Post geschlossen. Mittagspause.

Okay, mit zittrigen Beinen sehe ich mich schon in der unsympathischen Buerostadt-Postagentur, aber auf dem Weg dorthin befrage ich erneut Uschi: Geisenheimer Strasse in Schwanheim spuckt sie aus und fuehrt mich bis zur Hausnummer. Keine Post vorhanden. Ich uebergebe mich gleich!!

Also doch die Postagentur in der Lyoner Strasse. Parkplatz in der Naehe ist frei. Im kombinierten Foto/Hand/Laptop/Schreibwaren/Postgeschaeft ist ein Angestellter. Nur zwei Frauen vor mir, aber ich freue mich erst, wenn ich auch drankomme. Das Maedel vor mir mit ner groesseren Plastiktuete in der Hand:

"Das will ich an meine Schwester verschicken, aber ich brauch nochn Karton"
"Sie brauchen ein Paket"
"Oder geht das auch innen Umschlag"
"Mussen Sie ma schaun"
Angestellter holt Umschlag, Ware passt nicht rein, holt Paket, baut es zusammen. Es dauert.
"Ich will aber, dass die Empfaengerin das Porto zahlt"
"Das kostet dann aber 12 Euro"
Maedel ueberlegt ewig.
"Und als normales Paket?"
"Sechsneunzisch"
"Hmmm, also ich weiss nicht. Ich fuell erstma die Paketkarte aus"
"Wenn der Empfaenger zahlt, brauchense ne andere Karte"
"Sie meinen die Empfaengerin, meine Schwester?"
"Ja genau. Warum soll die ueberhaupt zahlen, is doch Ihre Schwester"
"Ja das is halt so"
"Wie sollen wir das jetzt machen?"
"Moment, ich ruf ma meine Schwester an"

In diesem Moment knalle ich gewieft und energisch meinen Brief auf die Theke und sage "verschicken!!", zahle das Porto und bin froh, dass der Horror endlich ein Ende hat und verlasse den Laden an einer laaaangen Schlange vorbei ins Freie.

Horror!

Dafuer gibts heute Abend noch einen Knaller: Unsere Frankfurter Eintracht schlaegt selbstverstaendlich den FC Bayern verdient mit 2:0 im DFB-Pokal!!!

Wers glaubt, wird selig und wer nicht...tja, der hat dann eben Recht gehabt :-)

Schoenen Mittwoch!