Nachdem ich seit einigen Tagen Zugriffe auf diesen Artikel feststelle, die nach Satio, Googlemail und Roadsync suchen, hier noch mal ein eigener Artikel für die Einstellungen, die benötigt werden, um einen Push-Mail Dienst á la BlackBerry auf dem Sony Ericsson Satio zu einzurichten.
Ich habe festgestellt, dass die integrierte E-Mailfunktion des Satio, die wahlweise IMAP oder POP3 benutzt, relativ unzuverlässig funktioniert. Das heißt, ist eine Verbindung einmal abgebrochen, dauert es lange Zeit, bis sie wiederhergestellt ist, oder aber eine Verbindung kommt dann überhaupt nicht mehr zu Stande. Dabei spielt es auch keine Rolle, welche Einstellungen genau man setzt. Ist eine Verbindung einmal weg, scheint es irrelevant zu sein, was man bei Automatischer Download eingestellt hat bzw. welche Abrufintervalle gesetzt wurden. -> Nutzlos für den direkten, zeitnahen E-Mailempfang.
Also schaute ich mir das beim Satio mitgelieferte RoadSync genauer an. Dies ist lediglich mit einem Microsoft Exchange Server nutzbar - eine Verwaltung der eigenen Mailbox mit einem Exchange Server bieten allerdings nur wenige Provider kostenlos oder kostengünstig an. Die Lösung, um E-Mails aus der nicht-Exchange Mailbox auf das Satio kostenlos, zuverlässig und schnell gepusht zu bekommen, lautet Google Mail.
Sofern noch nicht vorhanden, ist also bei Google Mail ein kostenfreies Konto zu erstellen. Hier gibt es dann recht viele Einstellmöglichkeiten. Kurz und knapp gesagt, ist es für die Nutzung mit RoadSync aber völlig egal, was eingestellt wird. Es ist nicht notwendig, den Zugriff per POP3 oder IMAP freizuschalten, auch das Setzen einer alternativen Absenderadresse wird später bei einem E-Mailversand via Satio und RoadSync nicht beachtet (bei der Nutzung der Webmail-Oberfläche von Google Mail funktioniert dies allerdings ganz hervorragend).
Ist das Konto erstellt, ist RoadSync auf dem Satio entsprechend zu konfigurieren. Die bei mir auf dem Satio installierte Version ist zum jetzigen Zeitpunkt die aktuelle, kostenfreie Version und mit Google Mail funktionsfähig. Diese Einstellungen werden benötigt:
Benutzername: emailadresse@googlemail.com (Nutzer von einer @gmail.com Adresse verwenden diese entsprechend)
Kennwort: Klar, das Google Mail-Kennwort, welches man auch benutzt, um sich via Browser einzuloggen
Servername: m.google.com
Domäne: GOOGLE
Mit SSL: Ja
Die Online-Zeit sollte in den Satio Einstellungen (Menü "Einstellungen" > "Konnektivität" > "Admin.-einstellungen" > "Datenübertragung") auf unbegrenzt gestellt werden.
Soweit ich das in Erinnerung habe, wird man bei der erstmaligen Nutzung nach der eigenen E-Mailadresse gefragt. Setzt man hier etwas anderes als die @googlemail-Adresse, wird dies leider beim Versand ignoriert. Bei der Version 5, die ich ebenfalls getestet habe, und die für Satio-Nutzer um die 10 Euro kostet, wird man immer auch nach Absender-Namen und Adresse gefragt, aber auch das wird beim Versand nicht beachtet. Die Version 5 bietet, soweit ich das erkennen kann, keine großartigen Vorteile. Man kann wohl eine Abwesenheitsnotiz erstellen, aber das ist meines Erachtens nicht wirklich notwendig. Das Geld kann man sich sparen, die Version 4 funktioniert hervorragend.
Wir wollten ja unsere eigenen E-Mails von unserer vorhandenen E-Mailadresse, die bei einem anderen Provider liegt, gepusht haben. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, wobei beide den selben Effekt haben, außer dass es bei der Einen länger dauert, bis eine Mail gepusht wird. Am besten ist es, man konfiguriert beim vorhandenen Provider eine Weiterleitung, oder, noch besser wenn man das eigene Konto beispielsweise noch per IMAP oder POP mit einem E-Mailprogramm abfragt, eine Kopie-Weiterleitung. Das heißt, eine eingehende E-Mail wird an die Googlemail-Adresse weitergeleitet UND in das eigene Postfach zugestellt. Ist die eingegangene und weitergeleitete E-Mail bei Google Mail eingangen, was nicht länger als ein paar Sekunden dauern sollte, wird sie auch schon auf das Satio gepusht - ebenfalls in Sekunden.
Die zweite Möglichkeit ist die Nutzung der Googlemail POP-Download Einstellung. Hier greift Google Mail in bestimmten Zeitintervallen per POP auf das eigene Konto zu, um die neu eingegangen E-Mails zu holen (und anschließend zu pushen). Ich habe aber festgestellt, dass Googlemail dies in unterschiedlichen Zeitintervallen, die zwischen einer und 30 Minuten liegen, macht. Es kann also bis zu 30 Minuten dauern, bis man so eine neue E-Mail aus der eigenen Mailbox aufs Handy erhält. -> Nicht der Sinn eines Push-Mail Dienstes.
Et voilà, fertig ist der Push-Mail Dienst, der dem der BlackBerrys zumindest annähernd gleich kommt. Annähernd deshalb, weil es doch im direkten Vergleich einige Nachteile gibt:
- Wenn man Google Mail nicht als eigentliche E-Mailadresse nutzt, sondern sich E-Mails von einer anderen Adresse zwecks der Push-Möglichkeit weiterleiten lässt, hat man asynchrone Mailboxen. Mails, die auf dem Satio gelöscht werden, verschwinden zwar in der Googlemailbox, nicht aber in der eigentlichen Mailbox bei einem anderen Provider. Ggf. plant Google eine Umstellung auf eine IMAP-Synchronisierung einer vorhandenen Mailbox, dies würde diese Problematik eventuell lösen.
- Erhöhte Ausfallmöglichkeit durch die Weiterleitung. Da eingehende E-Mails zunächst zu Google Mail weiter geleitet werden müssen, besteht natürlich die Gefahr, dass es hier zu einem Problem kommt. Sei es eine Überlastung bei Google, sei es dadurch, dass der eigene E-Mailserver warum auch immer geblacklistet ist und seine E-Mails aus diesem oder einem anderen Grund nicht an Google herausbekommt. Hier wäre IMAP wieder eine Lösung.
- Das meiner Meinung nach größte Manko ist, dass man die eigene E-Mailadresse (die NICHT-Googlemailadresse) nicht als Absender setzen kann. E-Mails, die über das Satio, RoadSync und Googlemail gesendet werden, haben immer die Google Mail-Adresse als Absender, egal was man bei RoadSync oder Google Mail konfiguriert.
Die Vorteile überwiegen jedoch, sehr nützlich finde ich, dass wenn man neben Google Mail auch die Google Kalender Funktion nutzt, die Kalenderdaten mit RoadSync ebenfalls importiert werden (ohne weitere Einstellungen), genauso wie die dort hinterlegten Adressen und Kontakte. Für Linux Nutzer kommt das endlich einigermaßen Microsoft Outlook gleich, wenn man zum Beispiel Mozilla Lightning mit Thunderbird 3 nutzt (und die Google Kalender Erweiterung installiert). An allen Endgeräten hat man so den selben Stand.
Mittels Google Sync auf dem BlackBerry konnte ich dort so mein Adressbuch zu Google Kalender exportieren und mit RoadSync wieder in das Satio importieren, was schlussendlich seeehr viel Arbeit erspart hat.
Wie immer wünsche ich viel Erfolg!
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