Dienstags muss ich aus einem bestimmten Grund ja immer besonders früh aus den Federn, denn um 08:30 Uhr kommt meine Raumpflegerin Dorotha und unterstützt mich ein wenig im Haushalt
Damit sie in meiner Wohnung wuseln kann, verlasse ich diese meistens und erledige ein paar Dinge oder gehe mit Sandy auf einen Morgenspaziergang.
Heute hab ich also Sandy ins Auto geschmissen und bin Richtung Burger King gefahren, da ich etwas spät dran war, hat es für einen Kaffee zu Hause nicht mehr gereicht. An der Säule, wo eigentliche die Bestellungen angenommen werden, keine Reaktion. Aber das kenne ich schon, ist dort in der Mainzer Landstraße oft so. Also nach zwei Minuten vorgefahren (so lange sollte man schon warten, um nicht angemotzt zu werden, dass man nicht lange genug gewartet hat) und nach etwas längerer Wartezeit meinen Cappuccino bekommen, der nach wie vor ganz gut schmeckt. Am vergangenen Samstag Abend war ich zuletzt dort, keine Bestellannahme und am Drive-In Schalter wurde ich auch überhaupt nicht beachtet. Klar, drinnen war ein bisschen was los, aber ein freundlicher Hinweis, dass heute keine Drive-In Bedienung möglich ist, hätte ja gereicht. Nach wie vor ein extrem verbesserungswürdiger Laden.
Anschließend ging es weiter zu einem Geldautomaten. Wie schon mal vor einiger Zeit hatte ich plötzlich einen totalen Blackout und hatte zehn mögliche Geheimzahlkombinationen im Kopf. Die Dritte war's dann zum Glück, sodass ich an etwas Geld kam. Ist das etwa eine Alterserscheinung???
Daraufhin im Lidl zunächst mit Rekordgeschwindigkeit einige Flaschen in den Pfandautomaten gesteckt und dabei schmunzelnd denkend, wieso die Oma am Automaten daneben immer auf den Quittungston wartet, bevor sie die nächste Flasche reinschiebt. Nach 11 Flaschen in weniger als 30 Sekunden die Meldung "STÖRUNG - PERSONAL IST INFORMIERT". Die Oma fängt nun ihrerseits an zu schmunzeln und bringt mich mit einem "Na junger Mann, hamses doch net so eilisch, der Automat is sensibel wie ne Frau" auf die Palme.
Komme dann an die Kasse, zwei Kassen sind geöffnet, ich stelle mich an die kürzere Schlange, weiß aber genau, dass ich zu einhundert Prozent länger brauchen werde, als alle anderen Menschen an der anderen Kasse. Natürlich kommt es so, die Kassiererin hat genau bevor ich dran komme zu viele 50 Cent Stücke in der Kasse und fragt zunächst ihre Kollegin, ob sie ihr welche abnimmt. Natürlich nicht. Eine andere Kollegin in der Nähe, die gerade damit beschäftigt ist, die Kopfweh-Goldfield-Zigaretten aufzufüllen, bietet freundlicherweise an, dass ihr Mann, der Samstag auf den Flohmarkt geht und Kleingeld braucht, ein paar Münzen zu nehmen. Nur: der Mann ist noch draußen am Parkplatz am grünen Opel Omega und bewegt sich nur langsam in den Lidl. Irgendwann hat er es dann bis zur Kasse geschafft, die Details der Transaktion werden langwierig geklärt und schließlich wechseln 20 Euro in 50 Cent Münzen den Besitzer.
Zugegebenermaßen steigt während der ganzen Wartezeit, in der wirklich alle Menschen an der anderen Kasse durch sind und diese sogar geschlossen wird, mein Puls an und ich schnaufe durchaus ein wenig offensichtlich. Die Oma vom Pfandautomat steht NATÜRLICH hinter mir in der Schlange und kann es sich nicht verkneifen, mich darauf hinzuweisen, dass eine kurze Verschnaufpause in unserer schnelllebigen Gesellschaft nicht so schlimm ist und ich mich nicht so aufzuregen brauche. Ich entgegne, dass ich es eilig habe und ins Büro muss (um ihre Rente zu verdienen), woraufhin sie meint "ei, mer arbeite alle viel, isch aach!". Ich breche beinahe zusammen, das wird nur noch verhindert von der Kassiererin, die mittlerweile fertig ist mit 50 Cent Stücken zählen und sagt "Bitte nix streiten". Zumindest waren die Oma und ich uns daraufhin einig, dass wir ja gar nicht streiten, sondern höchstens eine Meinungsverschiedenheit haben und, da ich so erleichtert war, dass nach x Minuten alles erledigt war, verabschieden wir uns sogar mehr als herzlich.
Nun gut, es ging jetzt wieder nach Hause, hatte auf einmal große Lust auf eine Mohnschnecke (ach nein, die sind ja wieder mal nicht erhältlich, nachdem es sie aber einige Wochen wieder gab) Rahmschnecke aus der Glocken Bäckerei am Westhafen. NATÜRLICH ist in der Bäckerei jemand vor mir, der 100 Brötchen und 100 Stückchen (Teilchen für alle nicht-Hessen) braucht. Mit der Ausstellung einer Quittung, der in der Zwischenzeit notwendigen Aufmerksamkeit für den bimmelnden Ofen und noch allerlei anderer Widrigkeiten wieder eine halbe Ewigkeit Wartezeit auf eine 1 Euro Rahmschnecke. Hätte nur noch die Oma aus dem Lidl gefehlt und der Vormittag wäre endgültig gelaufen...
So, das war's erstmal wieder von mir. Ansonsten geht's mir sehr gut und ich bin sehr glücklich!
Und meine absolute Lieblingsmusik kommt derzeit von den "Kings of Leon". Hör ich so gut wie ständig im Auto!! Mit Popoheizung an!!!


