Leslie Schnee – Blog

Frankfurt und Umgebung

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Wollte heute, wie es vor gefuehlten 20 Jahren ueblich war, einen Brief verschicken. Da er kein gewoehnliches Format hat, musste ich also zur Post. Auf die winzige und total vollgestellte Poastagentur in der Buerostadt mit den meistens ewig langen Wartezeiten und den schlechten Parkmoeglichkeiten hatte ich keine Lust. So weit, so gut.

Mainzer Landstrasse: Heute geschlossen, ohne naeheren Hinweis.

Uschi (Navi) nach der naechsten Post befragt. Hartmannsweiler Strasse in Griesheim. Okay, fahre ich hin. Gebaeude schon seit Jahren verlassen. Danke Uschi.

Als naechstes faellt mir die grosse Post in Frankfurt-Hoechst ein. Nicht weit entfernt, trotzdem eine ewig lange Fahrerei, dank des Konjunkturpakets der Bundesregierung und der vielen, vielen aufgerissenen Strassen und daraus resultierenden Staus und Umleitungen. In Hoechst ist es seit Beginn der Krise besonders schlimm. Komme in die Hostatostrasse, Parkplatz direkt davor frei, das macht mich skeptisch. Post ist geschlossen. Ah, es gibt einen Hinweis: Betriebsversammlung Paragraph sonstwas. Man sollte die Post richtig privatisieren und am freien Wettbewerb teilhaben lassen. Bin genervt.

An der Post der Hinweis auf die naechste Post: Duerkheimer Strasse, geoeffnet bis 13 Uhr. "Privatisieren" denke ich mir erneut, rase in die Duerkheimer Strasse, komme um Punkt 13 Uhr an: Post geschlossen. Mittagspause.

Okay, mit zittrigen Beinen sehe ich mich schon in der unsympathischen Buerostadt-Postagentur, aber auf dem Weg dorthin befrage ich erneut Uschi: Geisenheimer Strasse in Schwanheim spuckt sie aus und fuehrt mich bis zur Hausnummer. Keine Post vorhanden. Ich uebergebe mich gleich!!

Also doch die Postagentur in der Lyoner Strasse. Parkplatz in der Naehe ist frei. Im kombinierten Foto/Hand/Laptop/Schreibwaren/Postgeschaeft ist ein Angestellter. Nur zwei Frauen vor mir, aber ich freue mich erst, wenn ich auch drankomme. Das Maedel vor mir mit ner groesseren Plastiktuete in der Hand:

"Das will ich an meine Schwester verschicken, aber ich brauch nochn Karton"
"Sie brauchen ein Paket"
"Oder geht das auch innen Umschlag"
"Mussen Sie ma schaun"
Angestellter holt Umschlag, Ware passt nicht rein, holt Paket, baut es zusammen. Es dauert.
"Ich will aber, dass die Empfaengerin das Porto zahlt"
"Das kostet dann aber 12 Euro"
Maedel ueberlegt ewig.
"Und als normales Paket?"
"Sechsneunzisch"
"Hmmm, also ich weiss nicht. Ich fuell erstma die Paketkarte aus"
"Wenn der Empfaenger zahlt, brauchense ne andere Karte"
"Sie meinen die Empfaengerin, meine Schwester?"
"Ja genau. Warum soll die ueberhaupt zahlen, is doch Ihre Schwester"
"Ja das is halt so"
"Wie sollen wir das jetzt machen?"
"Moment, ich ruf ma meine Schwester an"

In diesem Moment knalle ich gewieft und energisch meinen Brief auf die Theke und sage "verschicken!!", zahle das Porto und bin froh, dass der Horror endlich ein Ende hat und verlasse den Laden an einer laaaangen Schlange vorbei ins Freie.

Horror!

Dafuer gibts heute Abend noch einen Knaller: Unsere Frankfurter Eintracht schlaegt selbstverstaendlich den FC Bayern verdient mit 2:0 im DFB-Pokal!!!

Wers glaubt, wird selig und wer nicht...tja, der hat dann eben Recht gehabt :-)

Schoenen Mittwoch!

Postagenturen

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Ein aktuelles Thema zur Zeit: Die Post. Neben der verlangsamten Briefzustellung ist auch die Abschaffung von Filialen und die Integration in Einzelhandelsgeschäfte als sogenannte Postagenturen ein Ärgernis. Ich erlebe dies selbst hin und wieder in der Frankfurter Bürostadt.

Nachdem die Postfiliale in der Lyoner Straße vor zwei(?) Jahren dicht machte (auch hier damals  schon längere Wartezeiten, mies gelauntes Personal mit absoluter Klischee-Beamten-Mentalität "Isch hab ja aach nur zwei Händ"), gibt es nun nur noch eine Postagentur in einem winzigen Fotogeschäft. Und das in der Bürostadt!

Okay, das alleine wäre ja nicht schlimm, jedoch werden die in der Regel zwei Mitarbeiter nicht nur durch elend lange Fotogeschäfte, Bilderrahmen- und Digitalkameraverkäufe abgelenkt, sondern verkaufen dort neuerdings auch noch E-Plus Handyverträge und verleasen Laptops. Neulich eine Schlange bis auf die Straße, ein Mitarbeiter am Postschalter, der andere nimmt telefonisch die Daten eines italienischen Gastronomen auf, der ein Apple Notebook finanzieren möchte und wiederholt dabei klar und deutlich jedes Detail. Soso, als Pizzabäcker vom Bella Italia immerhin 2.000 Euro netto Verdienst, zwei unterhaltspflichtige Kinder und einen Pass aus Mexiko.

Wartezeit für mich: 15 Minuten bei glühender Hitze. Ein schrecklicher Rückschritt gegenüber der alten Post, trotz des damals mürrischen Personals. Die über dem engen Schalter hängende Urkunde, dass bei einem Service Test die Wartezeit in der Postagentur nur 37 Sekunden betrug, kann man so jedenfalls in aller Ruhe studieren.